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S-Klasse bekennt Farbe: außergewöhnliche Mercedes-Sammlung unterm Hammer

27. August 2026 Autor: Dorian Rätzke

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Aprikosenorange, Byzantgold-Metallic, Icongold-Metallic, Signalrot, Malachitgrün oder Almandinrot-Metallic – wer bei der Mercedes-Oberklasse nur an Vertretergrau oder Altherrenschwarz denkt, kennt Hannes Daxecker schlecht. Über Jahrzehnte hinweg hat der österreichische Unternehmer (Daxecker Holzindustrie) eine der spektakulärsten und buntesten Fahrzeugsammlungen Europas zusammengetragen. Das Herzstück seiner Leidenschaft: die S-Klasse und ihre stilvollen Vorgänger in den seltensten Farbvariationen.
Nun lüftet der Österreicher seine Hallen für den großen Kehraus: Bei der Versteigerung des Auktionshauses Humer, Granner & Co. im oberösterreichischen Feldkirchen an der Donau kommen am 7. November 2026 rund 90 hochkarätige Automobile, 50 Klassik-Motorräder und über 1.000 Automobilia-Lots unter den Hammer. Hier verrät Hannes Daxecker, wie es zu dieser einzigartigen Sammlung kam, warum er sich trennt – und auf welche Sterne-Highlights sich die Bieter freuen dürfen.

Blick in die außergewöhnliche Sammlung von Mercedes-Benz S-Klasse-Limousinen, die jetzt unter den Hammer kommt. Sammler Hannes Daxecker achtete darauf, dass jedes Fahrzeug auch eine nachvollziehbare Historie hat: So liegen bei 80 Prozent der Exemplare Scheckhefte, Datenkarten und sogar Erstkaufrechnungen vor.

Blick in die außergewöhnliche Sammlung von Mercedes-Benz S-Klasse-Limousinen, die jetzt unter den Hammer kommt. Sammler Hannes Daxecker achtete darauf, dass jedes Fahrzeug auch eine nachvollziehbare Historie hat: So liegen bei 80 Prozent der Exemplare Scheckhefte, Datenkarten und sogar Erstkaufrechnungen vor.  

Vom V8 des Vaters und der Sache mit den 1,91 Metern

Die automobile Infektion traf Hannes Daxecker (Foto) schon in der Kindheit. Schuld daran war der Mercedes-Benz W 116 seines Vaters – jene barocke S-Klasse der 1970er-Jahre mit den doppelten Chromstoßstangen, die ordentlich Respekt einflößte. Wer damals in so einem Dampfer vorfuhr, hatte es geschafft. Der klassische „Wow-Effekt“, der Daxecker nie wieder losließ. Dass es am Ende nicht die flotten Zuffenhausener Sportwagen wurden, hatte auch ganz handfeste Gründe: Bei einer Körperlänge von 1,91 Metern wird es im Cockpit eines flachen Flitzers schnell ziemlich eng. In der S-Klasse hingegen stimmen die Abmessungen. Große Autos für große Kerle! Vor 20 bis 25 Jahren schaltete der Sammler den Turbogang ein. In einem Youtube-Videotalk mit Auktionator Wolfgang Humer beschreibt sich Daxecker selbst schmunzelnd als „Aficionado schlechthin an Spinnerhaftigkeit, was die Automobilia und Automobile anbelangt“. Frei nach dem Motto „Wer früher bremst, ist weniger schnell“ wuchs der Fuhrpark rasend schnell an. „Ich habe es geschafft, die weltgrößte Mercedes-Benz Sammlung an S-Klasse und deren Coupés abbilden zu dürfen. Da bin ich auch stolz darüber“, so Daxecker im Gespräch mit Humer. 

Schluss mit Langeweile-Silber: Her mit den echten Farbtupfern der 80er!

Wer nun an eine eintönige Phalanx aus grauen oder mattschwarzen Limousinen denkt, kennt Hannes Daxecker schlecht. Der Österreicher hatte keine Lust auf die übliche Buchhalter-Ausstattung. Er wollte den bunten Zeitgeist der 1970er- und 80er-Jahre in seiner Halle stehen haben, wie er Auktionator Humer verriet: „Silber/Schwarz, Schwarz/Silber – das sieht man auf jeder Straßenecke. Das wollten wir nicht. Ich wollte das präsentieren, was damals der Stern zur aktiven Fahrsicherheit gemacht hat.“ Und so leuchten die Hallen in Lacken wie Aprikosenorange, Byzantgold-Metallic, Icongold-Metallic, Signalrot, Malachitgrün oder Almandinrot. „Wenn man mit einem dieser Automobile vorfährt, dann wird sich nach dem Auto umgedreht – und nicht nach irgendeinem inflationären Fahrzeug“, betont Daxecker im YouTube-Interview. Auch bei der Papierform machte Daxecker keine Kompromisse. Ein Schlitten ohne Historie war für ihn schlicht ein halbes Auto: „Ein Auto ohne eine entsprechende Historie ist für mich nur die halbe Miete.“ Bei rund 80 Prozent der Exemplare liegen original Scheckhefte, Datenkarten und teils sogar die Erstkaufrechnungen vor. Für Daxecker nichts Geringeres als die „Geburtsurkunde des Automobils“.

Von "Wilfert-Wagen" bis V12-Giganten: Was unter den Hammer kommt

Der Blick in den Auktionskatalog lässt Sternen-Fans das Wasser im Mund zusammenlaufen. Unter den rund 90 Automobilen befinden sich exklusive S-Klasse-Ikonen aus allen Epochen – aber auch echte Raritäten jenseits des reinen Sonderklasse-Themas:

Das schwäbische Gestühl der Extraklasse: Vom seltenen 1968er Mercedes-Benz 300 SE (6.3) „Wilfert-Wagen“ (Startpreis: 20.000 Euro) über schwere Langversionen wie den 300 SEL 3.5 aus 1972 (Startpreis: 5.000 Euro) und schiere V8-Power im 450 SEL 6.9 aus 1976 (Startpreis: 10.000 Euro) bis zum repräsentativen 1969er Mercedes-Benz 600 (Startpreis: 30.000 Euro).

Coupé-Kultur: Elegante C 126-Klassiker wie der 560 SEC aus 1986 (Startpreis: 5.000 Euro) oder Machtdemonstrationen der 90er-Jahre wie das V12-Monster 600 SEC aus 1993 (Startpreis: 5.000 Euro).

Bunte Exoten & Vorkriegs-Träume: Sogar Legenden wie ein 1938er Mercedes-Benz 320 N Cabriolet A (Startpreis: 70.000 Euro), ein 1960er 300 SL Roadster (Startpreis: 300.000 Euro) und ein mächtiger Maybach 62 aus 2004 (Startpreis: 20.000 Euro) bereichern das Auktions-Aufgebot.

Konzentration der Kräfte: Trennung mit lachendem und weinendem Auge

Doch warum trennt man sich von einem so riesigen Fuhrpark? Im Gespräch mit dem OCC-Magazin bringt Hannes Daxecker es auf den Punkt: Bei 157 Fahrzeugen im Gesamtbestand schlägt die Logistik irgendwann gnadenlos zu. „Mein Vater hat den Stern präferiert“, erinnert er sich im OCC-Talk – aber jetzt schlage die Stunde für eine kompromisslose „Konzentration der Kräfte“. Er trenne sich nun „mit einem lachenden und einem weinenden Auge“ von der Sammlung. 
Im YouTube-Interview mit Wolfgang Humer räumt Daxecker offen ein, dass er selbst kaum noch hinterm Steuer saß: „Meine Wagenmeister sind mehr gefahren als ich selber. Ich will meine Autos aber bewegen. Das kannst du bei in Summe 157 Autos einfach nicht mehr händeln.“ Ganz ohne Benzin im Blut geht es künftig aber auch nicht. Dem Hobby bleibt er treu, wie er versichert: „Diesen Virus möchte ich never ever missen. Ich werde meiner automobilen Zunft treu bleiben – ich kann’s ja eh nicht lassen und bin schon wieder am Einkaufen!“

Die Auktion auf einen Blick: 

Termin: Samstag, 07. November 2026 (Besichtigung ab Donnerstag, 05. November)
Ort: 4101 Feldkirchen an der Donau (Österreich)
Umfang: Ca. 90 Automobile, 50 Motorräder und über 1.000 Lots Automobilia
Informationen & Katalog: Alle Details zu den Auktionslosen, Schätzwerten und Bietoptionen gibt es hier.

Fotos: Humer, Granner & Co GmbH

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