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40 Millionen Dollar: Das teuerste E-Auto der Welt ist ein Ferrari!

18. August 2026 Autor: Dorian Rätzke

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Gesamtumsatz 747,9 Mio. Dollar (646,2 Mio. Euro) – die Monterey Car Week 2026 hat erneut Marktgeschichte geschrieben! Die Verkäufe erreichten ein Allzeithoch. Fünf große Auktionshäuser (RM Sothebys, Gooding Christies, Mecum, Broad Arrow und Bonhams) traten an und übertrafen mit spektakulären Einzelzuschlägen selbst kühne Erwartungen. So brachte ein von Gooding Christie’s gelistetes 1964er Shelby Cobra Daytona Coupe 42,90 Mio. Dollar (knapp 18 Mio. über dem Schätzpreis von 25 Mio. Dollar). Besitzer war Carroll Shelby persönlich. Der Wagen ist damit auch amtlich der teuerste amerikanische Wagen aller Zeiten. Aber auch der McLaren F1 GTR (34,7 Mio. Dollar) aus der Sammlung von Pink-Floyd-Schlagzeuger Nick Mason, ein Ferrari F50 (12,1 Mio. Dollar), aus dem ehemaligen Besitz von Mike Tyson oder das 1935er Duesenberg JN Cabrio (9,08 Mio. Dollar) von Hollywood-Ikone Clark Gable (1901–1960, „Vom Winde verweht“) trieben die Gebote in schwindelerregende Höhen. Nur Sitcom-Star Jerry Seinfeld („Seinfeld“) dürfte etwas enttäuscht sein: der Porsche 907 Langheck (Baujahr 1968) aus seiner Sammlung blieb unter den Erwartungen. Der Gesamtsieger bei 24-Stunden-Rennen von Daytona wechselte für 3,3 Mio. Dollar bei der Auktion von Gooding Christie´s den Besitzer – erwartet waren bis zu 5,5 Mio. Dollar. 
Welche weiteren Trends die Experten auf der Monterey Car Week ausgemacht haben und wie sich das auf den Oldtimermarkt auswirken könnte, lesen Sie hier.  

Ihn fuhr einst der „King of Hollywood“: Frauenschwarm Clark Gable („Vom Winde verweht“) besaß diesen Duesenberg Model JN Convertible Coupe von Rollston/Bohman & Schwartz. Bei der Auktion von RM Sotheby's in Monterey erzielte der Wagen 9,08 Mio. Dollar – der drittteuerste Duesenberg-Auktionspreis aller Zeiten.

Ihn fuhr einst der „King of Hollywood“: Frauenschwarm Clark Gable („Vom Winde verweht“) besaß diesen Duesenberg Model JN Convertible Coupe von Rollston/Bohman & Schwartz. Bei der Auktion von RM Sotheby's in Monterey erzielte der Wagen 9,08 Mio. Dollar – der drittteuerste Duesenberg-Auktionspreis aller Zeiten.

Der Elektro-Schock: 40 Millionen Dollar für Chassis 0

Eine Schlagzeile dominierte die internationale Presse unmittelbar nach dem Wochenende bei RM Sotheby's: Der Ferrari Luce „Chassis 0“ (Fahrgestellnummer ZFF21BUA8T0338000) ging für unfassbare 40,0 Millionen US-Dollar über den Auktionsblock und stieg damit auf Anhieb zum teuersten Elektrofahrzeug der Welt auf. Bei einer ursprünglichen Schätzung von knapp über 1,1 Millionen US-Dollar übertraf der finale Zuschlag die Vorabschätzung um mehr als das 36-Fache. Sogar den bisherigen Rekord für den teuersten je auf einer Auktion verkauften Neuwagen überhaupt – einen Verbrenner-Ferrari Daytona SP3 Tailor Made (26 Millionen USD im Vorjahr) – stellte der Luce mühelos in den Schatten.

Aber: Bei der Luce-Versteigerung handelte sich um ein reines Charity-Los, dessen gesamter Erlös über die Ferrari Foundation direkt in Bildungsprojekte fließt (RM Sotheby's erließ zudem das Aufgeld). Geliefert wird der Wagen erst im Jahr 2027. Solche Wohltätigkeitsauktionen haben eigene Gesetzmäßigkeiten, bei denen Prestige, gesellschaftliche Exklusivität („Chassis 0“ als historisches Erststück) und der gute Zweck den Preis treiben – und keineswegs der reguläre Sammler- oder Gebrauchtwagenmarkt.

Hinzu kommt der Status des Fahrzeugs: Das Unikat verfügt über eine hochgradig exklusive Tailor-Made-Ausstattung mit spezieller Madreperla-Semi-Gloss-Lackierung samt changierenden Pigmenten, weißen Rädern und maßgeschneiderten Bremssätteln. Verglichen mit dem regulären Listenpreis des Ferrari Luce von rund 550.000 Euro erzielte „Chassis 0“ nahezu das 70-Fache des Normalpreises. 

Frank Wilke, Geschäftsführer des Marktbeobachters classic-analytics: „Das Rekordergebnis der Monterey Auction Week hat gezeigt wie ungebrochen hoch das Interesse an Oldtimern und Sammlerautos ist und wie viel Vertrauen vermögende Sammler in die positive Entwicklung des Oldtimermarktes setzen. Gleichzeitig zeigt es aber auch den Generationenwechsel in der Oldtimerwelt: Jüngere Supercars legen in ihrer rasanten Wertentwicklung nochmals zu, andererseits treten Automobilikonen wie der Mercedes Flügeltürer oder der BMW 507 auf der Stelle. Grundsätzlich ist das Rekordergebnis aus den USA aber ein positives Signal für den ganzen Markt.“

Die Monterey Classic Week ist nicht nur berühmt für ihre Auktionen, sondern auch für ihre Ausstellungen und Prämierungen. Hier begutachten Preisrichter einen Oldsmobile Autocrat "Yellow Peril" (Baujahr 1911) beim Pebble Beach Concours d'Elegance.

Die Monterey Classic Week ist nicht nur berühmt für ihre Auktionen, sondern auch für ihre Ausstellungen und Prämierungen. Hier begutachten Preisrichter einen Oldsmobile Autocrat „Yellow Peril“ (Baujahr 1911) beim Pebble Beach Concours d'Elegance.

Markt-Analyse: Rekordumsätze und ein gespaltener K-Markt

Rekordumsätze, zufriedene Händler und Kunden – der Klassikermarkt also im grünen Bereich? Nein, die Realität ist weitaus komplexer, laut Experte Frank Wilke von classic-analytics zeigte sich der Markt noch nie so stark gespalten wie in diesem Jahr: „Wir erleben aktuell die drastische Zuspitzung eines K-förmigen Marktes. Am oberen Ende des K stehen hochbegehrte Spitzenfahrzeuge: Moderne Ferrari-Modelle mit geringen Stückzahlen erzielten Summen, die vor wenigen Jahren kaum denkbar schienen.“ Neben dem reinen Sammeltrieb stecke dahinter auch Kalkül, denn der Besitz solcher Ikonen signalisiert Markenverbundenheit und stärkt die Position der Eigentümer bei künftigen Zuteilungen ultraexklusiver Sondermodelle. 

Am unteren Ende des K fiel die Bilanz dagegen spürbar verhaltener aus. Obwohl Fahrzeuge aus den 1950er- und 1960er-Jahren mehr als ein Drittel des gesamten Auktionsangebots ausmachten, lag der Median ihrer Endpreise unter dem im classic-analytics Price Guide ausgewiesenen Zustands-angemessenen Wert. Im krassen Gegensatz dazu erzielten Modelle von den 1980er-Jahren bis heute im Median Aufschläge von 31 bis 38 Prozent. Frank Wilke zieht ein klares Fazit: „Die Botschaft der Bieter war eindeutig: Es gibt hier keinen allgemeinen Aufwärtstrend, der alle Fahrzeuge mitzieht. Jedes Auto muss sein Ergebnis für sich selbst erzielen. Der Markt für Sammlerfahrzeuge trennt immer schärfer zwischen dem Unersetzlichen und allem anderen. Ist ein Fahrzeug einzigartig, bleibt 2026 ein sehr gutes Jahr. Ist es das nicht, war der Auktionssaal in Monterey ein deutlich weniger erfreulicher Ort.“ 

Fotos: Frank Wilke, classic-analytics.de | RM Sotheby`s | Gooding Christie's

Eindeutige Botschaft der Bieter

„Wir erleben aktuell die drastische Zuspitzung eines K-förmigen Marktes. Am oberen Ende des K stehen hochbegehrte Spitzenfahrzeuge: Moderne Ferrari-Modelle mit geringen Stückzahlen erzielten Summen, die vor wenigen Jahren kaum denkbar schienen.“

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