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Von 0 auf 275.000 Fans: 3 Jahre Highspeed im Nationalen Automuseum

12. August 2026 Autor: Dorian Rätzke

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Ob Amerikaner den Namen Dietzhölztal-Ewersbach fehlerfrei aussprechen können? Eher zweifelhaft. Doch „The Loh Collection" geht der weltweiten Oldtimer-Gemeinde längst flüssig über die Lippen. Binnen kürzester Zeit hat sich die beschauliche mittelhessische 5.300-Seelen-Gemeinde im Lahn-Dill-Kreis zu einer der feinsten Adressen der internationalen Klassiker-Szene entwickelt. Zum dreijährigen Bestehen zieht das Nationale Automuseum eine beeindruckende Bilanz: Mehr als 275.000 Besucher aus aller Welt pilgerten bereits in die 11 Hallen voller automobiler Kostbarkeiten, auf Instagram folgen mehr als 140.000 Fans. Das Museum hat schon wieder einen Gang höher geschaltet und will mit einem spektakulären Neuzugang die Community elektrisieren …

Wenn Ahnherr und Nachfahre aufeinandertreffen: Der HWA EVO

Stichwort elektrisieren: Als Krönung des Jubiläumsjahres wartet auf dem überdachten „Marktplatz“ des Museums ein ganz besonderer Leckerbissen: Niemand Geringeres als Hans Werner Aufrecht, Gründer von AMG und HWA, lieferte persönlich das Chassis #1 des neuen HWA EVO im Nationalen Automuseum ab (hier links im Foto mit Prof. Dr.-Ing. E. h. Friedhelm Loh). Die Basis ist eine sorgfältig ausgewählte originale W201-Karosserie, komplett entkernt, strukturell versteift und neu gedacht. Darüber eine vollständige Kohlefaser-Außenhaut in der ikonischen Evo-II-Silhouette. Darunter ein von HWA entwickelter 3,0-Liter-V6-Biturbo mit 450 PS und 550 Nm — gekoppelt an ein Sechsgang-Handschaltgetriebe, mit Heckantrieb und perfekter 50/50-Gewichtsverteilung. Leergewicht: rund 1.400 Kilogramm. Höchstgeschwindigkeit: 270 km/h. Wer das optionale Affalterbach-Paket wählt, bekommt 500 PS und 300 km/h. Zum Vergleich: Der originale Evo II leistete 235 PS — und galt damals als das schärfste Serienauto Deutschlands. Der Preis? Ab 714.000 Euro netto. Das Original kostete einst rund 99.000 DM. Auch das ist eine Form von Evolution. In einer spektakulären Sonderausstellung trifft die moderne Neuinterpretation des legendären „Baby-Benz“ direkt auf ihre Ahnherren. Neben dem HWA EVO stehen zwei originale Mercedes-Benz 190 E 2.5-16 Evolution II (mit den Fahrgestellnummern 1 und 500) sowie der DTM-Meisterwagen von Klaus Ludwig aus der glorreichen Saison 1992. Dazu gesellen sich der Erprobungsträger PT01 — das fahrende Versuchslabor, das den HWA EVO zur Serienreife brachte — und der kompromisslose Rennbruder HWA EVO.R. Ein Aufeinandertreffen, das Motorsport-Enthusiasten Gänsehaut garantiert: vom Homologations-Klassiker der DTM-Ära bis zum High-Tech-Sportler der Gegenwart — hier schließt sich der Kreis.

Museumsgründer Prof. Dr.-Ing. E. h. Friedhelm Loh überwältigt vom Erfolg

„Das anhaltend große Interesse freut mich sehr und es zeigt, wie stark die Faszination Automobil Menschen über Generationen hinweg verbindet“, sagt Prof. Dr.-Ing. E. h. Friedhelm Loh (Foto). „Von Anfang an war es unser Ziel, diese Sammlung nicht nur zu bewahren, sondern sie für die Öffentlichkeit erlebbar zu machen: als lebendige Zeitreise durch Technik, Design, Motorsport und gesellschaftliche Entwicklung. Jedes Fahrzeug erzählt ein Stück Automobilgeschichte – von Mut, Innovationskraft, Handwerkskunst und Liebe zum Detail.“ Das Herzstück bildet nach wie vor die Dauerausstellung mit rund 130 Meilensteinen aus gut 140 Jahren Automobilbau. Die Bandbreite reicht von den allerersten Pionierwagen über elegante Design-Ikonen bis hin zu Rennwagen von Weltrang. Zu den wohl begehrtesten Exponaten gehören Michael Schumachers Weltmeister-Ferrari von 2004, der majestätische Lincoln Continental von US-Präsident John F. Kennedy sowie der im Rap-Video von Superstar Jay-Z berühmt gewordene Maybach Exelero – ein imposantes Einzelstück. Dass das Gesamtpaket international Maßstäbe setzt, beweist auch die Auszeichnung mit dem renommierte FIA Founding Members' Club Heritage Cup, einem der begehrtesten Pokale der Oldtimer-Welt.

Driften auf Asphalt, Schotter und Schnee

Doch Ausruhen auf den Lorbeeren gibt es in Dietzhölztal nicht. Für ordentlich Nervenkitzel sorgt die aktuelle Sonderausstellung: „Rallye-Legenden – Zeitreise auf Asphalt, Schotter und Schnee“ (läuft noch bis März 2027). Rund 35 ausgewählte Boliden lassen die wilde und oft wilde Epoche des Quertreibens wiederauferstehen. Der Bogen spannt sich von Vorkriegs-Pionieren über elegante Gruppe-4-Ikonen wie den Lancia Stratos bis hin zu den legendären, wahnwitzigen Gruppe-B-Monstern der 1980er-Jahre mit bis zu 600 PS. Auch Siegerfahrzeuge der Rallye Dakar und Rekordhalter des berühmt-berüchtigten Hill Climb am Pikes Peak stehen Spalier. Dazu weht der Geist echter Legenden durch die Hallen: Fahrzeuge von Helden wie Walter Röhrl, Carlos Sainz, Michèle Mouton, Ari Vatanen oder Sébastien Loeb spiegeln wider, was Mensch und Maschine auf extremen Untergründen abverlangt wurde. „Der Rallyesport ist die kompletteste Disziplin der facettenreichen Motorsportwelt und hat eine Vielzahl faszinierender Automobile hervorgebracht“, erklärt Friedhelm Loh begeistert. „Uns liegt es am Herzen, den Besucherinnen und Besuchern des Nationalen Automuseums dessen Geschichte und Geschichten nahezubringen.“ 
Und wer nach stundenlangem Staunen nicht mehr nach Hause fahren möchte, kann bald direkt vor Ort übernachten: Auf dem Museumsgelände entsteht derzeit ein eigenes Hotel mit 60 Betten. Das Angebot ist sicher nicht nur für Amerikaner interessant ...

Mehr Infos zum Nationalen Automuseum "The Loh Collection" finden Sie hier

Fotos: Nationales Automuseum – The Loh Collection 

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