Reif für die Insel: die OCC-Küstentrophy 2026 zu Gast auf Sylt
14. Mai 2026 Autor: Dorian Rätzke
„I bin reif, reif, reif, reif für die Insel …“, sang Liedermacher Peter Cornelius 1982 und landete damit prompt auf Platz 1 in den österreichischen Charts. Ob dieses Lied bei einigen Teilnehmern der 17. OCC-Küstentrophy im Autoradio lief? Es hätte gepasst – schließlich machte die beliebte Oldtimer-Rallye mit 120 Klassikern jetzt zum ersten Mal Station auf Deutschlands berühmtester Insel. So einen prachtvollen Fuhrpark hatten selbst die von Luxuskarossen verwöhnten Sylter lange nicht gesehen. Sie bewunderten zwischen Kampen und List hochglanzpoliertes, liebevoll gepflegtes Blech aus acht Jahrzehnten Automobilgeschichte: hier nicht als protziges Statussymbol, sondern als rollendes Kulturgut (das älteste Teilnehmerfahrzeug, ein Ford Model A, war 97 Jahre alt, Baujahr 1929). „Reif für die Insel“ – Peter Cornelius lieferte den Titel, die OCC-Küstentrophy-Teilnehmer den Sound. Sylt war reif für die OCC-Küstentrophy... Ein OCC-Kamerateam filmte das ganze Spektakel vor und hinter den Kulissen (den Film gibt es unter dem Artikel und auf dem Youtube-Kanal von OCC zu sehen). Hier unser Bericht samt Video vom wohl schönsten Oldtimer-Event des Jahres.
Wertvolle Fracht: Klassiker an Klassiker im Frachtraum der Syltfähre.
"Die schönste OCC-Küstentrophy aller Zeiten"
Till Waitzinger (Mitglied der OCC-Geschäftsleitung) gehörte zu den Mitorganisatoren der OCC-Küstentrophy. Hier erzählt er, wie er die Oldtimer-Rallye erlebt hat: "Als Teil der OCC-Geschäftsführung verbringe ich oft viel Zeit damit, Events auf dem Papier zu planen – aber dieses Mal durfte ich wieder selbst ran. Ich habe den Schreibtisch gegen das Cockpit meines Mercedes-Benz SL320 (Baujahre 1997, 230 PS) getauscht, um unser Sylt-Debüt hautnah zu begleiten.
,Reif für die Insel' - Hand aufs Herz: Wer kennt das nicht? Peter Cornelius hat es 1982 auf den Punkt gebracht. Man arbeitet das ganze Jahr brav fürs Finanzamt, die Energie geht für Sachen drauf, die man gar nicht braucht, und eigentlich fühlt man sich „überreif“ für den Ausstieg. Für ein langes Wochenende haben wir genau das getan: Wir sind ausgestiegen.
Wir sind mit 120 Oldtimern aus acht Jahrzehnten Automobilgeschichte auf die Insel gerollt. Startpunkt war das Rallyezentrum im A-ROSA in List. Von dort aus ging es direkt mit der Fähre rüber nach Rømø, um das dänische Festland unsicher zu machen. Die Route durch die historische Altstadt von Ribe und das verträumte Møgeltønder war optisch ein absoluter Leckerbissen. Über das Emil-Nolde-Museum in Seebüll und die Hamburger Hallig haben wir uns dann den Weg zurück Richtung Sylt gebahnt.
Was mich persönlich total begeistert hat: Es waren nicht nur die Hochglanz-Klassiker, die für offene Münder gesorgt haben. Die wahren Stars waren für mich die Raritäten, die man heute fast gar nicht mehr im Straßenbild sieht. Da war etwa der grüne Opel Kadett City von 1976 (Startnummer 87). Oder der VW Passat Syncro 32b aus dem Jahr 1986 (Startnummer 102). Und mein absoluter Exoten-Favorit: der Talbot Matra Murena von 1982 (Startnummer 94). Solche Autos bei Kaiserwetter und mit einer Brise Nordseeluft um die Nase zu bewegen, ist pure Leidenschaft.
Mein Fazit nach drei Tagen Sonne satt und jeder Menge Benzingesprächen? Es war – nach Meinung aller Beteiligten – die vielleicht schönste Küstentrophy in unserer 18-jährigen Geschichte. Besser geht es eigentlich nicht."
Fotos: Melanie Gibbat / John Warning Corporate Communications GmbH | Marian Loose / OCC Assekuradeur GmbH
Hinter den Kulissen: Die OCC-Küstentrophy mit einem 996 und Renault V6
Während die Teilnehmer die Kurven der Nordsee-Insel und Dänemarks genossen, war ein dreiköpfiges OCC-Team im Dauereinsatz, um die Magie der Küstentrophy filmisch festzuhalten. Marketingchef Raimund Jebens (im Foto links) und Oldtimer-Händler William Groth (re.) wurden bei der Rallye 4 Tage von einem Kamerateam (Lena Fetkenheur, Marian Loose, Will Hatlapa) begleitet. Das Team war dabei nicht nur Beobachter, sondern als Teilnehmer im Porsche 996 Serie 1 (1997) und Renault Clio V6 Phase 1 (Baujahr 2001) selbst Teil des rollenden Feldes.
Entstanden ist eine Dokumentation, die versucht, das Gefühl einer Oldtimerrallye einzufangen und auch für die jüngere Szene greifbar zu machen. Die beiden Fahrer Raimund und Will philosophieren dabei, was einen als Klassikerfan antreibt und was eigentlich „Werte“ für sie bedeuten. Aber natürlich: Sie haben auch eine ganze Menge Freude beim Duell eines Porsche 996 und eines Renault V6 und mit zahlreichen kleinen Sonderchallenges, die sie einander stellen.
Raimund Jebens zum Projekt: „Wir wollten gleichzeitig erleben und darüber reden, was die Welt der Klassiker eigentlich ausmacht und was uns alle antreibt. Aber es ging auch darum, die Landschaft, die Stimmung, die Energie wirken zu lassen – und dabei hoffentlich auch der jungen Szene zu zeigen, wie fantastisch Klassiker-Rallyes sind. Dass wir uns im Team zusätzlich gegenseitig ein paar Challenges gestellt haben, um die Herausforderung der Rallye noch ein wenig auszureizen, hat den Dreh natürlich besonders spannend gemacht. Am Ende waren es auch 2026 wieder drei Tage gelebter Leidenschaft, so dicht und schön, wie es nur sein kann.“
Werteprüfungen, Wettschulden, Ehrgeiz, verrückte Challenges und unzählige Benzingespräche. Die Frage ist nicht, ob sie sich verfahren … sondern nur wann ...
Der Teaser zum OCC-Küstentrophy Movie:
Der Film wird in zwei Teilen in den kommenden Wochen erscheinen.
Link zum Trailer:
Die schönsten Bilder der OCC-Küstentrophy auf Sylt
Bewunderung der Zuschauer für ein Mercedes-Benz 300 SE Cabrio (Baujahr 1967).
Genossen das herrliche Wetter im Strandkorb: die Küstentrophy-Teilnehmer bei einer Pause zwischen den Wertungsprüfungen
Mittels Sylt-Fähre ging es aufs Eiland.
OCC-Marketingchef Raimund Jebens begleitete die Rallye mit einem Videoteam. Den Film über die OCC-Küstentrophy auf Sylt gibt es auf dem OCC-Kanal bei Youtube zu sehen.
Endlose Weite, die Fahrzeuge dürfen den Strand befahren.
Malerisch: Sylt von oben.
Eine Mercedes-Benz 230 SL Pagode (Baujahr 1965) rollt von der Fähre.
Wertvolle Fracht: Klassiker an Klassiker im Frachtraum der Syltfähre.
Wertungsprüfung am Strand: Bordward Isabella (Baujahr 1958).
Schicker ging's nicht auf Sylt: ein Mercedes-Benz 300 SL Cabrio (Baujahr 1957) am Hafen
Rapsfelder und ein MG B (Baujahr 1970) mit Andreas Vietor am Steuer, Geschäftsführer von OCC.
Hier bleiben Zeit und Schafe stehen: BMW 501 Barockengel (Baujahr 1950, 65 PS).
„Es war die schönste Küstentrophy aller Zeiten“, bilanzierte Till Waitzinger, Mitglied der OCC-Geschäftsführung.
Ein Skoda Tudor aus dem Jahr 1948 von Teilnehmer Michael Windhuis-Stampfer.
Hatte keine Traktionsprobleme im Sand: VW Passat Synchro mit Allradantrieb und 2,2-Liter-Fünfzylindermotor (120 PS)
Kaum noch auf den Straßen zu sehen: Opel Kadett City aus dem Jahr 1976.
Organisierten die OCC-Küstentrophy: Till Waitzinger (li.), Martina Warning (John Warning Corporate Communications GmbH) und Marcus Hendel
Perfektes Wetter: Blick von oben auf den Parkplatz am Strand.
Schicke Reetdachhäuser, wie man sie von Sylt kennt.
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