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Kölner Dom auf dem Tacho: Bei Kabarettist Jürgen Becker rostet die alte Liebe nicht

17. September 2026 Autor: Dorian Rätzke

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Millionen TV-Zuschauer kennen ihn als das Gesicht der WDR-„Mitternachtsspitzen“: 28 Jahre lang moderierte Jürgen Becker die TV-Sendung, die – gemeinsam mit Weggefährten wie Wilfried Schmickler und Uwe Lyko (alias Herbert Knebel) – zu einer Institution des politischen Kabaretts in Deutschland wurde. Heute begeistert der Satiriker auf den Kleinkunstbühnen des Landes – etwa mit seinem Programm „Deine Disco – Geschichte in Scheiben“, in dem er Politik, Platten und Protest zu einer pointierten Zeitreise verwebt, oder ganz aktuell mit „Was spricht gegen einen schönen Abend?“ (Tour ab 2027). Der Kölner Kabarettist seziert darin die Phänomene unserer Zeit mit scharfem Verstand und unverwechselbarem rheinischen Witz.

Doch nicht nur auf der Bühne blickt der Ur-Kölner (Jahrgang 1959) gerne zurück, um die Gegenwart zu verstehen: Auch privat ist Geschichte für ihn etwas, das man erfahren muss – am liebsten auf zwei oder vier Rädern. Auf einer Imperia 200 Junior von 1934 die Technikgeschichte hautnah zu spüren, gehört für den leidenschaftlichen Motorrad- und Autofahrer zu den schönsten Momenten unterwegs. Besonders freut ihn dabei ein Detail: Im Firmensignet auf dem Tacho prangt der Dom seiner Heimatstadt.

Wie sich Jürgen Becker schon mit 16 auf zwei Rädern die Freiheit eroberte, warum für ihn ein englischer Doppeldeckerbus den ultimativen James-Bond-Traumwagen darstellt und wieso er selbst vor einem E-Umbau einer 1955er Minsk nicht zurückschreckt, verrät der Kabarettist in unserem Promi-Fragebogen „Alte Liebe rostet nie“.

28 Jahre lang moderierte Jürgen Becker die „Mitternachtsspitzen“ im WDR – heute bringt er seinen Witz mit Programmen wie „Deine Disco – Geschichte in Scheiben“ und „Was spricht gegen einen schönen Abend" (Tour ab 2027, mehr Infos gibt es hier) auf die Bühnen.

28 Jahre lang moderierte Jürgen Becker die „Mitternachtsspitzen“ im WDR – heute bringt er seinen Witz mit aktuellen Stücken wie „Deine Disco – Geschichte in Scheiben“ und „Was spricht gegen einen schönen Abend“ (Tour ab 2027) auf die Bühnen. Mehr Infos zum aktuellen Programm gibt es hier.

Fotos: Jürgen Becker | WDR

20 Fragen von uns - 20 Antworten von Jürgen Becker

1. Welchen Wagen fuhren Ihre Eltern?
Einen Mercedes 200 D ohne Extras.

2. Wann haben Sie den Führerschein gemacht?
Immer, sobald es ging: mit 16 Moped, mit 18 Auto und Motorrad, mit 21 Lkw.

3. Ihr erstes eigenes Auto?
Ein Renault 4.

4. Wohin ging die erste Fahrt in den Urlaub?
Nach Holland. Im R4 konnte man zu zweit übernachten.

5. Welcher Oldtimer eignet sich perfekt für den ersten Kuss?
Den ersten Kuss kann man ruhig vor dem Erwerb des Führerscheins bewerkstelligen. Mit 18 ist das eigentlich ein bisschen spät.

6. Welches Filmauto hat Sie am meisten beeindruckt?
Für den ACE Regent III von 1950 mit offenem Heckeinstieg lasse ich jeden Aston Martin stehen. Jener englische Doppeldeckerbus, dem Roger Moore an einer niedrigen Brücke das obere Stockwerk abrasiert hat. „To Live and Let Die“ ist für mich der großartigste Verfolgungsjagd-James-Bond-Streifen.

7. Was gefällt Ihnen an Oldtimern?
Dass man damit Technikgeschichte sinnlich erleben kann. Es vibriert und stinkt ohne Ende.

8. Welches Modell / welche Modelle besitzen Sie?
Eine Imperia 200 Junior von 1934. Die Marke wurde in Köln gegründet und so kann man damit hinfahren, wo man will – man sieht immer den Dom im Firmensignet auf dem Tacho.

9. Ihr spannendstes Erlebnis in einem alten Auto?
Ich kaufte in jungen Jahren eine alte Ente für 200 Mark. Da knickte irgendwann der Rahmen ab und so ließ sie sich plötzlich kaum noch lenken. Ich habe sie aber gerade noch ohne Blessuren in den Graben gesetzt.

10. Benzin oder Diesel?
Elektro! Wer Altes wertschätzt, ist offen für Neues.

11. Welche Musik hören Sie gern in Ihrem Oldtimer?
T. Rex. Marc Bolan ließ sein kurzes Leben in einem Mini Cooper und ist damit unsterblich.

12. Was ist der besondere Reiz am Oldtimer-Fahren?
Dass man danach den Fortschritt wieder zu schätzen weiß. Früher war nicht alles besser – vieles sogar schlechter, zum Beispiel die Bremsen.

13. Putzen Sie Ihren Oldtimer selbst – oder lassen Sie putzen?
Weder noch. Ich liebe Patina.

14. Was war Ihre nervigste Oldtimer-Panne?
Ein Motorschaden meines MGB. Wir wollten ins billige Süditalien und mussten zehn Tage in der teuren Schweiz bleiben.

15. Welches Auto könnte in Zukunft ein Klassiker werden?
Das Tesla Model S. Bevor Elon Musk zum Faschisten mutierte, schoss dieses Modell das E-Auto endgültig aus der Müsli-Ecke.

16. Welchen Autoverkauf oder -kauf bereuen Sie?
Keinen. Wat fott es, es fott.

17. Welche Persönlichkeit würden Sie gern einmal in Ihrem Oldtimer mitnehmen und warum?
Urban Priol. Mit dem habe ich immer viel zu erzählen.

18. Geben Sie Ihren Oldtimer auch in fremde Hände?
Ja, geteilte Freude ist doppelte Freude. Wenn man seine Oldtimer untereinander tauscht, kann man viel mehr erleben.

19. Könnten Sie sich vorstellen, einen Oldtimer mit E-Motor zu fahren?
Kann ich mir nicht nur vorstellen, habe ich schon gemacht: eine Minsk M1A von 1955.

20. Von welchem Oldtimer träumen Sie noch?
Vom Jaguar E-Type Zero, den Prinz Harry bei seiner Hochzeit mit Meghan Markle fuhr. Ein betörendes Auto – Vergangenheit und Zukunft.

Alte Liebe, neuer Antrieb: Jürgen Beckers 1955er Minsk schreckt vor keinem E-Umbau zurück.

Alte Liebe, neuer Antrieb: Jürgen Beckers 1955er Minsk hat jetzt E-Antrieb. Minsk ist eine belarussische Motorradmarke mit deutschen Wurzeln. Nach dem Zweiten Weltkrieg gelangten Konstruktionspläne der DKW RT 125 aus Zschopau als Reparationsleistung in die Sowjetunion und wurden ab 1951 im Minsker Werk weitergebaut. Die robusten Einzylinder-Maschinen sind beliebt für Umbauten. 

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