Halle49 in Lübeck:
Hier geht es um
die Seele des Autos

Beitrag teilen

Ein Gewerbegebiet nördlich der Lübecker Altstadt. Die weit über die altehrwürdige Hansestadt hinaus bekannte Gollan-Kulturwerft hat hier ihren Sitz. Und seit Neuestem gibt es hier auch automobile Hoch-Kultur zu bestaunen. Zu Besuch in Halle49 – Lübecks neuem Mekka für Oldtimer.
Hinter hohen Backsteinwänden wartet ein roter Austin Healey 3000 BT 7 (Baujahr 1960) auf neue Besitzer, ein Porsche 911 2.7S in perurot mit hellbraunem Leder (Baujahr 1977, US-Import) will endlich auf deutschen Straßen fahren und etliche weitere Klassiker buhlen in der Halle49 um die Gunst der Enthusiasten.


Das knapp 100 m lange und etwa 9 Meter hohe Fabrikgebäude gehört zum Ensemble vom ältesten Industriegebiet Schleswig-Holsteins (1870 – 1920 erbaut).
Halle49-Chef Björn Andersen beschreibt die Philosophie so: „In der Halle49 geht es uns um die Seele des Autos – sein Design, sein Sound, sein Motor, die perfekte Kombination aus kompromissloser Qualität und makellosem Stil.“
Drei Standbeine des Unternehmens sollen Oldtimer-Besitzer, Liebhaber und Fans gleichermaßen ansprechen: „Wir verkaufen vor Ort automobile Klassiker und suchen sie auf Kundenwunsch. Wir bieten sichere Stellplätze in unserer Halle an, die rund um die Uhr für die Mieter zugänglich und zugleich sicher sind. Und wir haben eine eigene Werkstatt, in der sich Experten um Oldtimer kümmern. Vom Service über TÜV Prüfungen bis hin zur Vollrestauration“

Stellplatzmiete für 150 Euro pro Monat


Die Stellplatzmiete für einen Oldtimer kostet 150 Euro netto im Monat. Weiterer Vorteil: „Die Stellplatzmieter bekommen einen Rabatt auf die Arbeitsstunden in unserer Werkstatt, wenn sie diese mit dem eingestellten Fahrzeug in Anspruch nehmen. Zudem bietet die Halle49 einen idealen Platz, sich mit Gleichgesinnten zu treffen, zu verabreden - oder dort einfach zu verweilen. Zum Beispiel in der Loungeküche...“
Die kann sich sehen lassen: Halle und Aufenthaltsräume wie die Loungeküche sind im Vintage-Stil ausgestattet, die Requisiten (u.a. alte Coca Cola-Eisboxen, Sitzmöbel, Emaille-Schilder oder Plakate) atmen den Geist der 50er, 60er und 70er Jahre. Eine schwere italienische Siebträger-Maschine der Marke Faema E61 zaubert herrlichen Espresso, der Kühlschrank beherbergt alkoholfreies Bier, damit bei Fahrten mit den automobilen Schätzen der Kopf klar bleibt.
Konzentration ist auch bei so einer Unternehmung wie der Halle49 wichtig. Und kaufmännischer Sachverstand. Björn Andersen ist gelernter Schifffahrtskaufmann, hatte zuvor erfolgreich als Makler in Reedereien gearbeitet.
Wie kam es zu der Idee mit der Halle49 in Lübeck?

Der Vater restaurierte Porsche

Björn Andersen: „Ich bin mit dem Thema Oldtimer aufgewachsen, vor allem durch meinen Vater, der bei Porsche in Lübeck gearbeitet und sich dann selbstständig gemacht hat, um Porsche zu restaurieren. Mein Leben lang bin ich klassische Autos gefahren und hatte die Idee schon im Kopf, seitdem ich denken kann. Als man mir dann das erste Mal die Halle49 zeigte, die sich damals quasi noch im Rohbau befand, wusste ich, dass die Zeit gekommen war.“
Ein besonderer Exot in der Halle49 ist derzeit ein original Citroën DS21-Werkscabriolet (100 PS, 175 km/ Spitze) mit Ledersitzen aus dem Jahr 1967. Es stammt aus dem Erstbesitz eines italienischen Unternehmers, der in 1960er und 70er Jahren eine Baufirma in Mittelfrankreich betrieb. Das Fahrzeug wurde vom französischen Cabrio-Spezialisten Philippe Clunet vor drei Jahren komplett und aufwändig neu aufgebaut. „Ein außergewöhnlicher Wagen. Nur in diesem Modelljahr hatte Citroën seinerzeit noch die ursprüngliche Front mit runden Scheinwerfern und bereits die moderne und sehr zuverlässige grüne LHM-Hydraulikflüssigkeit angeboten“, erzählt Björn Andersen.
Ein Auto, das gesehen werden muss. Auf viele interessierte Besucher wartet auch der Halle49-Gründer: „Wir freuen uns natürlich darauf, bald auch größere Gruppen hier empfangen zu dürfen und Oldtimer-Veranstaltungen organisieren zu können.“
Er zieht ein positives Fazit der ersten Wochen: „Wir hatten einen guten Start, spannende Aufträge in der Werkstatt und einen guten Zulauf an Kommissionsfahrzeugen.“
Welchen Oldie fährt Björn Andersen privat?
„Derzeit einen 1970er VW Käfer. Der ist nach umfangreicher Restaurierung gerade in der Montage-Phase.“
Halle49 und ihr Chef starten durch… (dr)

Mehr Infos über die Halle49 gibt es hier.

Fotos: OCC (Sophia Silini / Dorian Rätzke)

Diese Artikel könnten Sie auch interessieren:

CT Inspections: Neuer
Gutachtenservice
für Oldtimer-Besitzer

20. Mai 2021

Deutschlandweit gibt es etwa 10.000 Sachverständige rund ums Auto (so eine Schätzung des Bundesverbandes der freiberuflichen und unabhängigen Sachverständigen für das Kraftfahrzeugwesen, kurz BVSK). Hunderte von ihnen sind Experten für Oldtimer. Da wird es für viele Kunden unübersichtlich, gerade, was die Preise und Umfänge der Begutachtung angeht. Ein Standard wäre hier wünschenswert. Diesen bietet der Gutachtenservice CT Inspections . Wir sagen, wie er funktioniert.

Mehr erfahren

Darum ist die Fahrerschutz-
Versicherung so wichtig!

23. April 2021

Manche Träume erfüllt man sich spät. Zum Beispiel einen Fiat Nuova 500 Sport, Baujahr 1960. Für 15.000 Euro war blaue Winzling (Note 2) in der Fachzeitschrift annonciert. Jan (37), Diplom-Betriebswirt aus dem Mannheim, musste nicht lange überlegen. Aber was passiert bei einem selbstverschuldeten Unfall? Wie ist man als Fahrer abgesichert im Extremfall?

Mehr erfahren