✔ Checkliste: So werden die Oldie-
Holidays nicht zum Abenteuer-Urlaub

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Im alten Cabrio für ein paar Tage in die Sommerfrische starten. Im Kofferraum ist Platz für zwei Reisetaschen, der Picknickkorb steht bereit. Ein Traum, oder? Die Maschine ist startklar und läuft wie am Schnürchen: Sie wird uns sicher ans Ziel bringen. Wenn Sie sich auch für eine Oldtimer-Reise entscheiden, sollten Sie vorher ein paar wichtige Punkte checken. Es soll ja kein Abenteuerurlaub werden…

Technik-Check

Bevor es losgeht, den Klassiker unbedingt auf Herz und Nieren überprüfen. Eventuell auftretende Mängel können so bereits im Vorfeld behoben werden. Besonders wichtig ist es, sich den Motor anzusehen. Nach Öl- oder Kühlwasserspuren muss ebenfalls geschaut werden. Der Keilriemen sollte fest sitzen und darf nicht porös oder beschädigt sein, das gilt für alle Schläuche und Kabel. Steckverbindungen sollten auf festen Sitz geprüft werden. Die Flüssigkeitsstände (Kühlmittel, Wischwasser und Öl) werden generell überprüft - steht ohnehin ein Ölwechsel an, sollte das dann vor der Urlaubsfahrt erledigt werden.
Das gilt auch für den Austausch von Bremsbelägen und -flüssigkeit. Ebenfalls wichtig ist die Kontrolle der Beleuchtung sowie der Scheibenwischerblätter. Der Reifendruck muss der Beladung angepasst werden und dass Gepäck sollte so verstaut sein, dass schwere Teile im Kofferraum unten liegen. Denken Sie auch daran, dass es in der EU auch kein verbleites Benzin mehr gibt. Da viele Oldtimermotoren Blei-Ersatz benötigen, sollte immer ein ausreichender Vorrat mit auf die Reise gehen. Und da auch eine Panne trotz bester Vorbereitung nie völlig ausgeschlossen werden kann, sollte nicht nur das passende Werkzeug an Bord sein, sondern auch ein kleines Ersatzteilpaket mit dem Nötigsten (u. a. die passenden Sicherungen für Ihr Fahrzeug). Nehmen Sie sich die Zeit, den Stand von Öl, Kühl- und Scheibenwischwasser sowie der Bremsflüssigkeit auch während des Urlaubs zu überprüfen. Diese Maßnahmen sind mit wenig Aufwand erledigt, so können aber größere Pannen vermieden werden.

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Diebstahl-Check

Schützen Sie Ihren Klassiker im Urlaub vor Diebstahl. Langfinger sind gern im Sommer unterwegs. Neben den klassischen Schutzsystemen wie Lenkradkralle oder Radklammer, sind auch technische Finessen wie Relais und Kippschalter eine Option. Damit kann die Zündung oder Benzinzufuhr unterbrochen werden. Populär sind auch GPS-Sender, die im Fahrzeug verbaut werden. Sie ermöglichen eine Ortung zum Beispiel via Smartphone. Praktisch auch die neue Diebstahl-Sicherung von MICARE PS. Hier ein Video, wie es funktioniert. Kunden von OCC und Mitglieder im Deutschen Oldtimer Club (DOC) erhalten bei MICARE PS 10 Prozent Nachlass. Natürlich gilt: Den Wagen nie unbewacht zu parken und sich am besten vor Reiseantritt nach sicheren Parkmöglichkeiten am Zielort zu erkundigen.

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Versicherungs-Check

Wer mit seinem Fahrzeug z.B. ins Ausland fährt, muss die Versicherungsvorschriften des Urlaubslandes erfüllen. Viele Länder erkennen die Bescheinigung der Kfz-Haftpflichtversicherung aus dem jeweiligen Heimatland des Urlaubers an. Die Bestätigung (Grüne Karte) über den bestehenden Versicherungsschutz können Sie kostenlos bei Ihrer Oldtimer-Versicherung anfordern. Bitte achten Sie aber darauf, dass die Karte in der Regel nur drei Jahre gültig ist und besorgen Sie sich gegebenenfalls vor Ihrem Urlaub eine neue. In den EU-Staaten gilt die Grüne Karte uneingeschränkt. Sollten Sie eine Fahrt ins Nicht-EU-Land planen, informieren Sie sich sicherheitshalber bei Ihrer Versicherung, ob der Schutz auch in Ihrem Wunschurlaubsland gewährleistet ist.
Wie läuft der Versicherungsschutz bei OCC, wenn es mit dem Oldtimer ins Ausland geht?
OCC-Experte Marco Wenzl: „Der Versicherungsschutz gilt europaweit, da er in den allgemeinen Kraftfahrzeugbedingungen sowie in den Sonderbedingungen bei OCC geregelt ist. Bei uns kann der Kunde neben der Haftpflicht aus verschiedenen Paketen wählen. Das geht von der Basisdeckung der Teilkasko über die Komfortdeckung der Vollkasko bis hin zur Premiumdeckung der Vollkasko Plus.“

In Zeiten der Corona-Pandemie bergen Reisen ins Ausland natürlich ein erhöhtes Infektions-Risiko. Am besten vorher auf der Seite vom Auswärtigen Amt schauen, für welche Länder und Regionen eine offizielle Reisewarnung besteht: https://www.auswaertiges-amt.de/de/ReiseUndSicherheit/10.2.8Reisewarnungen. Diese Seite wird täglich aktualisiert.

Auch auf die jährlich vereinbarte Fahrleistung sollten Sie vor Reiseantritt noch einen Blick werfen, um sie mit dem gewünschten Reiseziel abzugleichen. Wird die erhöhte Laufleistung durch die Urlaubsreise überschritten, sollten Sie dies vorab Ihrem Versicherer anzeigen, um unliebsamen Überraschungen im Schadenfall vorzubeugen.

Sollte es unglücklicherweise zu einem Unfall im Ausland kommen, finden Sie auf der Rückseite Ihrer Grünen Karte die Rufnummern der zuständigen Einrichtungen zur Abwicklung von Autohaftpflichtfällen im Ausland. Kontaktieren Sie das „Büro Grüne Karte“ Ihres Urlaubslandes, um den Unfall dort zu melden und informieren Sie nach Möglichkeit auch Ihren heimischen Versicherer über den Schaden.

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Kennzeichen-Check

Ein weiterer wichtiger Punkt ist die Zulassungsart Ihres Fahrzeugs: Ist das „Urlaubsmobil“ mit einem Saison- oder H-Kennzeichen ausgestattet, darf es problemlos im Ausland bewegt werden, denn diese Kennzeichen sind in allen EU-Ländern anerkannt.
Aber was ist mit den anderen Sonder-Kennzeichen (wie z.B. dem roten 07er oder dem 06er -Schild)?
OCC-Experte Marco Wenzl: „Das 07er Kennzeichen bzw. rotes Oldtimer-Kennzeichen ist ein Wechselkennzeichen für Oldtimerliebhaber und -sammler. Auf dieses Kennzeichen können mehrere Fahrzeuge angemeldet und eingetragen werden. Es ist nur an Fahrzeugen anzubringen, die mindestens 30 Jahre alt sind, im Vorfeld eine Oldtimerabnahme erhalten haben und deren Status von der Zulassungsbehörde auf den Fahrzeugschein eingetragen ist. Übrigens: der deutsche Fahrzeugschein hat keine Internationale COC Lizenz und ist dadurch im Ausland nicht automatisch anerkannt. In welchen Ländern das 07er Kennzeichen bzw. das rote Oldtimer-Kennzeichen erlaubt ist, ist dringend vor Reiseantritt bei der örtlichen Zulassungsbehörde abzuklären. Andernfalls sollte man sich in den Ländern, die man bereisen will, eine Erlaubnis einholen. Im schlimmsten Fall kann es sonst passieren, dass die Weiterfahrt untersagt wird.“
Was kann man mit den jeweiligen Kennzeichen machen?
Marco Wenzl: „Mit dem 07er-Kennzeichen sind nur die Teilnahme an Oldtimerveranstaltungen möglich. Hierzu zählen auch An- und Abfahrten, Überführungs- und Prüfungsfahrten zum Zweck der Wartung oder Reparatur. Alltagsfahrten wie die Fahrt zum Supermarkt, oder die Fahrt zur Arbeit sind untersagt.“
Was darf man mit dem 06-Kennzeichen?
OCC-Experte Marco Wenzl: „Das 06er Kennzeichen ist Gewerbetreibenden wie Autohäusern, Händlern oder Werkstätten vorbehalten. Es wird im Ausland nicht überall akzeptiert, der „rote Fahrzeugschein“ entspricht nicht den internationalen Straßenverkehrsübereinkommen. Mit dem Kennzeichen sind nur Probe, Überführungs- und Prüfungsfahrten zum Zweck der Wartung oder Reparatur möglich. Auch hier gilt: Private Fahrten zum Einkaufen etc. sind untersagt und werden mit erheblichen Bußgeldern geahndet.“
Darüber hinaus gelten für die Auslandsreise mit dem Oldie die gleichen Richtlinien wie für Fahrten mit anderen Pkw. Am besten informieren Sie sich vorab über Regelungen zu Mautgebühren, Umweltzonen, Warnwesten- oder Tagfahrlicht, um unnötigen Ärger zu vermeiden. Sollte es trotz gewissenhafter Vorbereitung einmal zu Unstimmigkeiten mit der örtlichen Polizei kommen, gilt: Bestehen Sie zur Klärung auf einen Dolmetscher und einen Sachverständigen, denn auf diese Unterstützung hat jeder EU-Bürger im Ausland ein Anrecht. Eine Oldtimerreise ist ein Urlaub der ganz besonderen Art, der Ihnen die Chance bietet Ihr Fahrzeug noch einmal völlig neu kennenzulernen. Nehmen Sie sich deshalb die Zeit, Ihren Oldtimer-Urlaub gut zu planen und vorzubereiten. Dann steht einer entspannten Reise mit Ihrem Klassiker nichts mehr im Wege. Wir wünschen Ihnen eine gute und sichere Fahrt!

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