Die Zukunft der Oldtimer-Rallyes:
Was bewegt die jungen Leute?

Von DORIAN RÄTZKE
Oldtimer-Rallyes sind ein Klassiker – leider oft für die falsche Generation. Während ältere Enthusiasten die Strecken beherrschen, bleibt jungen Leute eher die Zuschauerrolle am Straßenrand, abgeschreckt von hohen Startgeldern und starren Reglements. Doch die Szene rührt sich: Veranstaltungen wie die OCC-Küstentrophy und HEIZR Events locken mit Familienflair und urbanem Lifestyle vermehrt 20- bis 40-Jährige an. Was bewegt die jungen Leute wirklich, wie können Oldtimer-Rallyes und Events attraktiv für junges Publikum werden, ohne ihre Seele zu verlieren? Wichtige Stimmen aus der Oldtimer-Community sagen hier, was sich in Zukunft ändern könnte.
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Familienbande und Frauenpower
Martina Warning (Geschäftsführerin der PR-Agentur John Warning Corporate Communications, Hamburg) organisiert die OCC-Küstentrophy. Sie sagt: „Im Leben sind es immer die Zugänge, die zählen. Eltern können Kindern die Faszination für Oldtimer näherbringen – und genau das fördern wir.“ Die Küstentrophy wurde bewusst als Familienveranstaltung weiterentwickelt, was schnell zu Ausverkaufssituationen führte. „Wir haben einen wunderbaren Mix an Generationen geschaffen“, freut sich Martina Warning, „und einen hohen Frauenanteil unter den Fahrern – das macht mich als Veranstalterin besonders glücklich.“ Gemeinsame Erlebnisse schaffen Emotionen und Erinnerungen, sagt sie, und ziehen junge Leute an, ohne den Oldtimer-Geist zu opfern. Der Erfolg zeigt: Der Ansatz funktioniert – quer durch Deutschland.
Lifestyle statt Stoppuhr
Oldtimer-Influencer William Groth bringt frischen Wind in die Szene: „Junge Leute interessieren sich weniger für Technik, sondern für Design, Geschichte und das Gefühl, das ein altes Auto verspricht.“ Sein Afterwork-Event in Wedel, organisiert mit der Auktionsplattform Kickdown, zieht alle vier bis sechs Wochen rund 300 Gäste an – die meisten unter 45, viele unter 30. „Ich sehe in meinem Umfeld immer mehr Interesse an diesem Lifestyle“, sagt der 27-Jährige. Doch Rallyes stoßen an Grenzen: „Zeitmessungen und Wertungsprüfungen zahlen nicht auf die Konten ein, die diese Generation schätzt – Lifestyle, Geschichte, Design.“ Statt Präzision schlägt er kreative Alternativen vor: „Ein Quiz zum eigenen Auto, ‘Schmuggler und Zöllner’, wo man eine Tasche versteckt, oder eine Strecke laufen und dann exakt nachfahren – das triggert Emotionen.“ Auch gutes Essen und Kaffeepausen seien für Jugendliche entscheidend. „Das Thema ist nicht irrelevant“, betont er, „es muss sich nur anpassen.“
Urbane Impulse von HEIZR
Felix Bauermeister von HEIZR Events setzt auf einen anderen Weg: „Unsere statischen Events erlauben es, ohne eigenes Auto Teil der Community zu werden – das ist ein großer Vorteil.“ Statt Rallyes bietet HEIZR Treffen mit Kaffee, Essen, Drinks und fotogenen Locations, die junge Leute anziehen. „Das größte Problem klassischer Veranstaltungen ist die veraltete Kommunikation“, kritisiert er. HEIZR wuchs über Instagram, mit 3,5 Millionen Monatsaufrufen, und zieht Gäste aus ganz Europa an. „Hochwertiger Content wie Fotos und Videos treibt die Reichweite“, sagt Bauermeister, „und fotogene Fahrzeuge laden andere dazu ein, Medien zu teilen.“ Zudem plant er fahraktive Events: „Wir denken neu, um die Leute zu binden – Locations und Konzepte müssen spannend bleiben.“ Ein modernes Rahmenprogramm, inspiriert von Events wie Tutto Bene am Lago Maggiore, soll die Szene erfrischen.
Hürden und Hoffnung für die Jugend
Aber hohe Kosten bleiben ein Stolperstein. William Groth warnt: „Startgebühren plus Logis machen 10–50 % des Fahrzeugwerts von 5.000–25.000 Euro aus – junge Besitzer können nicht mithalten.“ Sein Vorschlag: „Young Driver“-Felder mit ermäßigtem Preis, finanziert durch Sponsoren oder ältere Teilnehmer. „Das Networking und Mentoring-Potenzial wäre groß“, sagt er. HEIZR-Macher Felix Bauermeister schlägt Media-Pässe vor: „Fotobegeisterten ermöglicht das einen einfachen Einstieg.“ Und Martina Warning sieht Potenzial in Mehrgenerationen-Formaten: „Gemeinsame Erlebnisse ziehen junge Leute an.“
William Groth: „Meine Generation hat Freude am Thema – wir müssen es nur zugänglich machen.“ Fazit: Die Zukunft der Oldtimer-Events wie z.B. Rallyes hängt von auch Kreativität und Offenheit ab. Damit die nächste Generation der Oldtimerfans nicht auf dem Beifahrersitz einschläft …


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