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Geduld, Gefühl und Geschick:
So arbeitet ein Dellen-Doktor

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Mit einem Hebel drückt Oliver Abholte vorsichtig von unten das Blech nach oben. Punkt für Punkt, bis die kleine Fläche auf der Motorhaube wieder ganz eben ist. Von der kleinen Delle, die ein kräftiger Hagel-Schauer verursacht hat, ist nichts mehr zu sehen. Ein oft stundenlanges Geduldsspiel und hohe Handwerkskunst. Oliver Abholte aus Hamburg ist ein echter „Dellen-Doktor“.

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Seine Werkzeuge, die er für die Operation am Blechkleid braucht, sind Hammer, Rückschlag-Dorn (Kunststoff), Hebelstange und Profi-LED-Lampe (480 Euro teuer). „Die Lampe ist eine Spezialanfertigung aus der Ukraine, sie hat sechs LED-Streifen, die das Licht dimmen, zudem warm-weiß oder kalt-weiß ausstrahlen lassen kann. Der Lichtwinkel besonders wichtig, um die Dellen und ihre Tief gut zu erkennen“, erklärt der 51-Jährige.

Aber wie wird man Dellen-Doktor?
„Ich bin eigentlich gelernter Kfz-Mechaniker. Nach meiner Ausbildung arbeitete ich bei Saab. Aber mein größter Wunsch war es immer, Motorjournalist zu werden. So arbeitete ich später zunächst als freier Journalist und Foto-Reporter. Irgendwann merkte ich aber, dass meine Leidenschaft für alte Autos und Blech doch viel größer war, als am Schreibtisch zu sitzen und zu texten. Über eine Fortbildung lernte ich die Kunst des Dellen-Doktors.“

Oberstes Ziel der Arbeiten: den Original-Lack am Fahrzeug zu erhalten! Und natürlich Kosten zu sparen. Dellen und Beulen durch Unwetter oder Parkrempler am Auto sind ärgerlich und selbst, wenn sie noch so klein sind, die Schandflecke fallen sofort ins Auge. Dellen-Doktor Abholte: „Diese sogenannte ,lackschadenfreie Ausbeultechnik‘ ist die ideale Methode, um solche Blechschäden am Fahrzeug auf rasche, schonende und vor allem preiswerte Weise zu beheben.“

Der Dellen-Doktor geht dann mit Hebel- oder Klebetechnik vor.

„Bei der Drück oder Hebeltechnik werden die Dellen mit Hilfe speziell geformter Hebel von innen bearbeitet. Der Techniker manövriert dabei im Licht seiner Fixierlampe die Werkzeugspitze exakt an die beschädigte Stelle und massiert das eingedrückte Blech durch vorsichtiges und gefühlvolles Drücken zurück in seine Ursprungsform. Der Lack nimmt dabei in der Regel keinen Schaden. Zumindest dann nicht, sofern er an der Stelle nicht bereits durch den Einschlag beschädigt worden ist oder das Blech – und damit auch der Lack – zu stark verformt, also ‚überdehnt‘ wurde“, erläutert Oliver Abholte.

Anders die Klebetechnik. Sie kommt zum Einsatz, wenn man nur schwer von innen an die beschädigte Stelle herankommt. Dellen-Techniker Abholte: „Dabei werden Klebeadapter mit einem Spezial-Kleber von außen auf die beschädigte Stelle geklebt. Mit einem Zughammer wird dann über den Adapter die Delle punktuell oder flächig herausgezogen. Überhöhte Bereiche werden mit einem speziellen Schlagwerkzeug lackschonend und vorsichtig zurückgearbeitet, auch Spannungen im Blech werden so gelöst. Ein Wechselspiel von Ziehen und Klopfen – so lange, bis die Delle verschwunden ist. Angewandt wird die Klebetechnik vor allem an Holmen, Dachbereichen oder Seitenteilen.“

Kann jede Delle oder Beule im Oldtimer oder Youngtimer so behandelt werden? Worauf ist zu achten?

„Vor einer Reparatur ist es entscheidend, die Beschaffenheit genau zu untersuchen, damit die optimale Methode gewählt werden kann. Ältere Materialien wie Autobleche und Lacke verhalten sich oft ganz anders als moderne Lacke, sie waren oftmals nicht immer so elastisch wie heutige Werkstoffe. Alte Originallacke können spröde sein, was eine besondere Behandlung beim Ausbeulen erfordert. Restaurierte Fahrzeuge sind darüber hinaus unter dem Lackkleid oft stark gespachtelt mit unterschiedlichen Werkstoffen.“

Die Vorteile der Dellentechnik liegen auf der Hand. Vor allem die Kostenersparnis ist enorm. Das Beseitigen einer z.B. durch Hagel-Niederschlag verursachten Delle oder Beule kostet so etwa 350 Euro, muss die Stelle dagegen neu lackiert werden, sind es um die 800 Euro.

Oliver Abholte: „Unter Schnitt sparen Kunden bis zu 60 Prozent gegenüber Lackierarbeiten. Außerdem bleibt der Originallack erhalten, es gibt keine Farbunterschiede, was besonders für den Werterhalt von Klassikern wichtig ist. Die Reparatur geht schneller und ist umweltfreundlicher, wenn man überlegt, wie viele Arbeitsschritt und Materialien fürs Lackieren nötig sind: schleifen, spachteln, grundieren, lackieren…“

Und wo findet man den Dellen-Doktor in Hamburg?

Auf dem Areal der ehemaligen Sternwollfabrik (Griegstraße), dort arbeitet er eng mit der Garage 3 und anderen Unternehmen der Oldtimerszene zusammen. Aber Oliver Abholte ist nicht örtlich gebunden: „Ich führe alle Aufträge im Raum Hamburg aus und komme auch zu den Kunden. “

Dann hat er auch als mobiler Dellen-Doktor wie immer seine persönliche 3G-Regelung im Gepäck: Geduld, Gefühl und Geschick. (dr)

Kontakt:

Abholte Dellen- & Oberflächentechnik, Hamburg

Tel.: 0151 41 688 088

E-Mail: email hidden; JavaScript is required

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Kann jede Delle oder Beule im Oldtimer oder Youngtimer so behandelt werden? Worauf ist zu achten?

„Vor einer Reparatur ist es entscheidend, die Beschaffenheit genau zu untersuchen, damit die optimale Methode gewählt werden kann. Ältere Materialien wie Autobleche und Lacke verhalten sich oft ganz anders als moderne Lacke, sie waren oftmals nicht immer so elastisch wie heutige Werkstoffe. Alte Originallacke können spröde sein, was eine besondere Behandlung beim Ausbeulen erfordert. Restaurierte Fahrzeuge sind darüber hinaus unter dem Lackkleid oft stark gespachtelt mit unterschiedlichen Werkstoffen.“

Die Vorteile der Dellentechnik liegen auf der Hand. Vor allem die Kostenersparnis ist enorm. Das Beseitigen einer z.B. durch Hagel-Niederschlag verursachten Delle oder Beule kostet so etwa 350 Euro, muss die Stelle dagegen neu lackiert werden, sind es um die 800 Euro.

Oliver Abholte: „Unter Schnitt sparen Kunden bis zu 60 Prozent gegenüber Lackierarbeiten. Außerdem bleibt der Originallack erhalten, es gibt keine Farbunterschiede, was besonders für den Werterhalt von Klassikern wichtig ist. Die Reparatur geht schneller und ist umweltfreundlicher, wenn man überlegt, wie viele Arbeitsschritt und Materialien fürs Lackieren nötig sind: schleifen, spachteln, grundieren, lackieren…“

Und wo findet man den Dellen-Doktor in Hamburg?

Auf dem Areal der ehemaligen Sternwollfabrik (Griegstraße), dort arbeitet er eng mit der Garage 3 und anderen Unternehmen der Oldtimerszene zusammen. Aber Oliver Abholte ist nicht örtlich gebunden: „Ich führe alle Aufträge im Raum Hamburg aus und komme auch zu den Kunden. “

Dann hat er auch als mobiler Dellen-Doktor wie immer seine persönliche 3G-Regelung im Gepäck: Geduld, Gefühl und Geschick. (dr)

Kontakt:

Abholte Dellen- & Oberflächentechnik, Hamburg

Tel.: 0151 41 688 088

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Fotos: Oliver Abholte